Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt
Aimé Bonpland

Reise in die Äquinoktialgegenden des Neuen Kontinents

Neudruck 2009

Diesem Druck liegt die von 1815 bis 1832 in der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart und Tübingen erschienene
„Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents in den Jahren 1799, 1800, 1801, 1802, 1803 und 1804.
Verfasst von Alexander von Humboldt und A. Bonplandt (ab 3. Teil: Bonpland)“ in sechs Teilen zu Grunde.

Sie ist die Übersetzung des französischen Originals der
„VOYAGE DE HUMBOLDT ET BONPLAND. RELATION HISTORIQUE.“
Paris 1814 - 1825.

Als 1815 die deutsche Übersetzung des berühmten Werkes erschien, war Humboldt sicher entsetzt. Weder Übersetzer noch Verleger hatten ihn darum gebeten. Sie enthält inhaltliche Mängel, Übersetzungsfehler und ein holpriges Deutsch. Das hätte Humboldt gleich besser formuliert. Da dieser Druck nicht als Übersetzung angegeben war, hielt man Humboldt für den Schreiber, der daraufhin diese Veröffentlichung jahrelang ignorierte, und mit ihm taten es die potentiellen Leser und Bibliotheken, in denen das Werk kaum zu finden ist.
Die Übersetzung ist von Therese Heyne-Forster-Huber - der Witwe Georg Forsters, ihrem Sohn Viktor Aimé Huber und Paul Usteri.

Erst ab 1859 erschein, wiederum bei Cotta, eine zweite deutsche Übersetzung. Sie trägt den Titel:
Alexander von HUMBOLDT’s Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents.
In deutscher Bearbeitung von Hermann HAUFF. Nach der Anordnung und unter Mitwirkung des Verfassers. Einzige von A. v. Humboldt anerkannte Ausgabe in deutscher Sprache.

Die Hauff’sche Ausgabe ist stark gekürzt. So fehlt z. B. vom 1. Kapitel etwa ein Sechstel des Textes, darunter die wichtige Liste der mitgeführten Instrumente; vom zweiten Kapitel fehlt ein Drittel; das achtundzwanzigste Kapitel mit dem berühmten „Politischen Versuch über die Insel Cuba“ fehlt gänzlich, und das neunundzwanzigste Kapitel ebenfalls. Auch diese Ausgabe enthält eine Vielzahl von Fehlern und Ungenauigkeiten.

Die Übersetzung von Therese Heyne-Forster-Huber ist so die einzige vollständige Übersetzung ins Deutsche.

Die Holprigkeit der Sprache verliert sich von Kapitel zu Kapitel. Offensichtliche Fehler sind in einer wissenschaftlichen Arbeit tadelnswert, bei der Menge von Fakten, die Humboldt liefert, verständlich. Lob dem Laien, denen sie auffallen. Für wissenschaftliche Arbeiten steht natürlich das französische Original immer zur Verfügung.

Für diesen Neudruck wurde der Text nur wenig verändert. Um beim Lesen nicht durch jedes fremdartige Wortgebilde zu stocken, wurde das Dehnungs-h entfernt, das y bei bey, drey u. ä. durch i ersetzt, das c durch z oder k, und ähnliche Änderungen vorgenommen, ohne den Text den Regeln der gegenwärtigen Rechtschreibung zu unterwerfen. Es sind dabei Schreibweisen gelassen worden, die man als Schreibfehler beanstanden könnte; aber damit und mit den zusätzlichen Schreibfehlern kann man leben und den berühmten Reisebericht in seiner Vollständigkeit genießen.
Einige Tabellen wurden anders gestaltet, der laufende Text wurde an einigen Stellen in Listen umgebrochen.
Von den Fußnoten wurden die Verweise auf Textstellen an das Ende der Kapitel verlegt.
Weitere Änderungen wurden nicht vorgenommen.