Günter Voss
Günter Voss stellt sich vor.
In Berlin wurde ich geboren kurz nachdem britische und amerikanische Streitkräfte von Nordafrika nach Berlin zogen und kurz bevor sowjetische Truppen von Stalingrad sich auf den Weg nach Berlin machten.
Die russische Sprache - seit der fünften Klasse - habe ich nie richtig gelernt. Für Naturwissenschaften interessierte ich mich mehr. Nahe meiner elterlichen Wohnung in Baumschulenweg lag das Arboretum von Franz Späth.
Mein Deutschlehrer Reinhard Weisbach lehrte nicht nur Deutsch sondern gab mir den Einstieg in die ganze europäische Literatur. Meine Berufslehre zum Dreher, in einer Motorenfabrik am Rande des ehemaligen Flugplatzes Johannisthal, schloss ich noch ab, aber dann begann ich ein Studium der Mathematik mit großem Anteil von Physik an der Universität in Greifswald. Als ich dann in der medizinischen Statistik arbeitete, konnte ich nicht nur das kleine Einmaleins dafür nutzen, sondern auch die Anfangsgründe der Mengenlehre, etwas Aussagenkalkül und das, was ein Mathematikstudium so allgemein an den Hirnwindungen anrichtet. Zu anderen Wissenschaften hatte ich keine geistigen Beziehungen, nur persönliche zu deren Vertretern. Die Maueröffnung hatte ich verschlafen.
Als die Wessis den neuen Menschentyp „jung, dynamisch, jahrelange Berufserfahrung“ erfanden, zu dem ich nicht gehörte, ließ ich mich - als Überqualifizierter - vom Arbeitsamt bis zu meiner stark gekürzten Rente mit 60 aushalten.
Ein Urlaub auf Gran Canaria hatte Folgen.
Freunde von mir kauften die Bar SPARTACUS in Playa del Inglés und hießen mich nachkommen, wenn es so weit wäre. Ich sammelte in Bibliotheken und Antiquariaten Bücher über die Kanarischen Inseln. Computer, Scanner, Programme zur Texterkennung und -bearbeitung gab es. Und so hatte ich in einigen Jahren diese Sammlung fertig.
Mit 61 zog ich nach Maspalomas auf Gran Canaria.
Da die Kanarier weder Broschüren mit Klammern zusammenheften, noch den Heftrücken mit Band bekleben und ringsum sauber schneiden konnten, besorgte ich mir dazu die Werkzeuge und machte es.
Diese Sammlung enthält Berichte von Wissenschaftlern und Reisenden über die Canarischen Inseln, die in deutscher Sprache oder in deutscher Übersetzung erschienen sind. Die meisten dieser Texte sind seit ihrer Erstveröffentlichung nie wieder erschienen und liegen hier in einer fast vollständigen Sammlung vor.
Die Wiedergabe erfolgt ungekürzt nach den Originaltexten und ist sprachlich leicht der heutigen Schreibart angeglichen. In einigen Werken mußte auf die Wiedergabe von Bildern wegen schlechter Qualität der Vorlagen verzichtet werden.
Die Berichte werden einheitlich im Format A5 gedruckt, in Handarbeit der Bundsteg geklammert und mit Fälzelband versehen. Zu den angegebenen Preise werden die Kosten für Versand zugerechnet.
Die Schriften der deutschen Reisenden des 19. und 20. Jahrhunderts wurden von mir in dem Buch
DIE KANARISCHE FIBEL
AUS DEUTSCHEN SCHRIFTEN
1766 BIS 1965
gewürdigt. Das Buch enthält biografische Skizzen von über 40 Reisenden, die in eingestreuten Zitaten mit ihren Beobachtungen selbst zu Wort kommen. Hinzu wurden Angaben zu mehr als 250 bibliografischen Quellen gefügt.
Daraus ist ein Bild des Wandels der Gesellschaft und der Naturbeschreibung auf den kleinen atlantischen Inseln im Laufe von 150 Jahren entstanden.
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